Die Stiftung Warentest – Zuverlässig bei Heimtrainern?

Grundlegende Probleme

Wenn man sich die Frage stellt, ob die Stiftung Warentest eine bestimmte Art Ware zuverlässig bewertet, dann muss man natürlich auch die speziellen Eigenheiten des jeweiligen Artikels bedenken. Besonders im Falle von Heimtrainern tun sich einige grundlegende Probleme auf. Ob es nun das Fahrrad-Ergometer, die Rudermaschine, das Laufband oder der Crosstrainer ist: All diese Geräte besitzen mechanische, bewegliche Teile. Und sie alle werden im Regelfalle bis an die Haustür geliefert.
Das Problem, das sich hieraus ergibt, ist recht naheliegend. Ein 100% sicheres Verpacken von mechanischen Teilen ist nicht möglich, ein grundlegendes Maß an Sorgfalt seitens der Zusteller also unverzichtbar. Und genau an dieser Stelle geschehen oft vermeidbare Unglücke. Da werden an und für sich ausreichend gut verpackte Sportgeräte auf dem Transportweg derart misshandelt, dass dem Kunden nicht mehr als die Reklamation und Rücksendung übrig bleibt. Nur wie soll man zwischen einem minderwertigen Gerät und einer zu groben Behandlung während des Transports unterscheiden? In manchen Fällen sind Materialfehler noch offensichtlich als Grund identifizierbar, aber gerade im mittleren Preissegment ist die Unterscheidung oft nicht so eindeutig möglich.
Vor diesem Problem stehen wir bei jedem Test und genau so geht es natürlich auch der Stiftung Warentest. Selbst wenn man ein Ersatzgerät anfordert, kann man letztlich nicht komplett sicher sein, dass dieses neue Sportgerät repräsentativ für die gesamte Produktreihe ist. Unterm Strich bleibt jedem Tester nur übrig, seine Erfahrungen ehrlich und möglichst objektiv wiederzugeben, so unbefriedigend das auch sein mag.

Arbeitsweise der Stiftung Warentest

Um einen weit verbreiteten Irrglauben gleich einmal aus der Welt zu schaffen: Die Stiftung Warentest führt selbst keine Untersuchungen durch. Intern wird nur unter Absprache des Kuratoriums und des Fachbeirats über die anstehenden Testvorhaben entschieden. Die eigentlichen Analysen erfolgen durch neutrale Prüfinstitute aus aller Welt, was zusammen mit dem anonymen Erwerb der Testmuster ein möglichst objektives Ergebnis sicherstellen soll. Wenn die Hersteller nicht wissen, welches Institut für den Warentest ihres Artikels verantwortlich sein wird, kann auch niemand bestochen werden. Würden die Analysen direkt von der Stiftung Warentest durchgeführt werden, wären manipulierte Testergebnisse wohl nur eine Frage der Zeit, weil gerade große Hersteller dann gezielt auf ein einzelnes Institut Einfluss nehmen könnten.
Die auf diese Weise zusammengetragenen Ergebnisse werden dann schließlich von der Stiftung Warentest ausgewertet. Im Falle eines negativen Befundes bekommt der Anbieter an diesem Punkt noch einmal die Möglichkeit zur Stellungnahme, bevor dann schließlich Redakteure die Messdaten in eine angenehm lesbare Form bringen.
Auch deren Arbeit wird natürlich überwacht. Die sogenannten „Verifizierer“ achten darauf, dass in den Testartikeln nicht gepfuscht wird.

Insgesamt ist der Testprozess der Stiftung Warentest also sehr gut aufgestellt, um nicht zu sagen es ist die beste Messlatte für Qualität, die wir in Deutschland haben. Werfen sie bei der Wahl des Heimtrainers also immer mal einen Blick auf die Webseite der Stiftung Warentest. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie lange Freude an ihrem Crosstrainer/Fahrrad-Ergometer/Laufband haben ist deutlich größer, wenn das Produkt dort gut abgeschnitten hat. Trotzdem kann es nicht schaden, sich zusätzlich aus anderen Quellen zu informieren, da nun mal leider per Definition kein Test perfekt sein kann. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg beim Heimtrainer kaufen.